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Ahnenverehrung und Religion in Vietnam

r_u_l_1Offiziell sind  81 Prozent der Vietnamesen Atheisten – das sind die Angaben der Regierung in der Sozialistischen Republik Vietnam. Die Menschen aber nehmen für sich sehr vielfältig religiösen Beistand in Anspruch. Oftmals ohne sich einer strikten Trennung der Konfessionen zu unterwerfen. Der Glaube an Natur- und Personen-gottheiten sowie eine ausgeprägte Ahnenverehrung fügen sich in jede konfessionelle Richtung ein.

r_u_l_2Zum Alltag buddhistischer Vietnamesen gehört eine pietätvolle Pflichterfüllung gegenüber Vorfahren in der Familie, das Vollbringen guter Taten, buddhistische Schriften lesen, Almosen spenden und den Namen bestimmter Buddhas rezitieren. Damit erwerben sie Verdienste auf dem Weg zur Erlösung aus dem Kreislauf der Wiedergeburten.

r_u_l_3Der Islam spielt in Vietnam mit geschätzten 50.000 Anhängern eine untergeordnete Rolle. Die meisten Gläubigen sind Angehörige der Cham-Minderheit. Sie leben einen frei gedeuteten und modifizierten Glauben ohne den Koran oder die Sunna als höchste Autorität anzusehen. Die fünf Pflichtgebete führen sie nur freitags aus, die 30 Tage des Fastenmonats Ramadan sind auf drei Tage verkürzt.

r_u_l_4Neben den Buddhisten sind Christen die zweitgrößte Glaubensgemeinschaft in Vietnam. Im 16. Jahrhundert brachten Seefahrer, danach Missionare den Katholizismus in das Land. Unter der französischen Kolonialherrschaft explodierte die Zahl der Mitglieder. Heute sind es mehr als sechs Millionen. In ganz Vietnam gibt es cirka 6.000 Kirchen.

r_u_l_51920 entstand unter dem Spiritisten Ngo Van Chieu die Lehre des Cao Dai. Sie soll alle westlichen und östlichen Religionen vereinigen. Unter anderem Jesus Christus, Buddha, Victor Hugo und Winston Churchill werden im Cao Dai als Heilige verehrt. Die Zahl der Anhänger des Cao Dai liegt heute bei ca. 1,5 Millionen. Die Sekte ist nur im Süden von Vietnam verbreitet.